Thomas Strittmatter Gymnasium
Unsere Schule steht für eine umfassende und moderne Bildung. Mit einem vielfältigen Bildungsangebot, engagierten Lehrkräften und freundlicher Atmosphäre fördern wir die Entwicklung individueller Stärken und Talente.
Wer war Thomas Strittmatter – der Namensgeber unserer Schule?
Das sagte er selbst: „Ich bin relativ einsam aufgewachsen, mit wenigen Kindern in der Nachbarschaft, das Städtchen St. Georgen war für ein Kind weit entfernt. So habe ich viel gezeichnet, gemalt, gelesen und früh geschrieben. Später für die Schülerzeitung, die Lokalzeitungen und für mich selbst. Ich habe auch mal eine Zeitung für die Stadt herausgegeben und weil so wenig los war mit einigen Leuten Konzerte und Theater hergeholt, für die ich dann sowohl die Reklame als auch die Kritik geschrieben habe. Meine Schule ist ein naturwissenschaftliches Gymnasium, ein anderes gibt es nicht. In der Oberstufe wollte ich gerne einen Kunstleistungskurs auf die Beine stellen, das haben dann allerdings die Bürokraten verhindert, also hab ich Deutsch und Englisch belegt und für mich selbst Kunst gemacht.“[1]
Thomas Strittmatter, 1961 in St. Georgen geboren, wuchs mit zwei älteren Brüdern, bei seinen Eltern Emil und Gertrud Strittmatter auf. Ab 1972 besuchte er das Gymnasium St. Georgen und legte dort das Abitur ab. 1981 begann er dann ein Studium der Malerei und Graphik an der Akademie der Künste in Karlsruhe. Bereits zu Schulzeiten im Alter von 17 Jahren schrieb er das Theaterstück „Viehjud Levi“. In diesem wird ein Schwarzwalddorf geschildert, dessen Idylle jedoch getrübt wird: Die Ausgrenzung des jüdischen Viehhändlers Levi ist exemplarisch für die sich anbahnenden Grauen des Zweiten Weltkriegs. 1982 erhielt Strittmatter hierfür den Baden- Württembergischen Landespreis für Volkstheaterstücke. Didi Danquart verfilmte den Stoff 1998. Auch das Theaterstück „Polenweiher“ (1984 uraufgeführt) wurde 1986 verfilmt. Mit dem Drehbuch zu dem Film „Drachenfutter“ begann 1987 die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Jan Schütte. Ihr gemeinsamer Film „Auf Wiedersehen Amerika“ wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Bayerischen Filmpreis. Sein einziger Roman „Raabe Baikal“ erschien 1990.
1993 zog er nach Berlin, wo er am 29. August 1995 aufgrund von Herzversagen, ausgelöst durch einen ihm bekannten Herzfehler, starb.[2]
Der Regisseur Didi Danquart dazu: „Vielleicht hat Thomas ja gewusst er, dass seine Zeit schneller läuft als die der anderen, er hat sehr intensiv gelebt, und hat einen enormen künstlerischen Output gehabt – als 33jähriger! Erst nach seinem Tod habe ich begriffen, dass er vielleicht wusste, dass er ein schnelleres Leben lebte als wir anderen, dass er seine biologische Laufbahn unbewusst geahnt hat und möglicherweise gelang ihm deshalb schon mit 17 Jahren mit seinem Stück „Viehjud Levi“ ein literarischer „Wurf“, wie er anderen vielleicht mit 33 möglich ist.“[3]
2003 wurde das Gymnasium St. Georgen ihm zu Ehren in „Thomas-Strittmatter-Gymnasium“ umbenannt.
[1] aus: Gunna Wendt, Der Tod ist eine Maschine aus Eis, A1 Verlag, München 1997, S. 8
[2] Biographische Daten aus Gunna Wendt, Der Tod ist eine Maschine aus Eis, A1 Verlag, München 1997, S. 110
[3] Aus: Interview mit Didi Danquart, S. 2, online verfügbar unter https://www.didi-danquart.de/download/Thomas%20Strittmatter%20-%20Interview.pdf (zuletzt abgerufen am 12.11.2024)
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Thomas Strittmatter Gymnasium
Im Hochwald 8
78112 St. Georgen im Schwarzwald