Narrenzünfte in Villingen-Schwenningen
Seit dem 15. Jahrhundert verzeichnen Villinger Chroniken Verkleidungen und Maskentragen. Das im reformierten Württemberg eigentlich geltende Fasnetverbot wurde in Schwenningen nie vollständig eingehalten. 1712 liehen sich zwei Schwenninger in Villingen 'perfekte Narrenkleider': Sie trugen – wie heute – Schemen vor den Gesichtern, Schellen, einen hölzernen Säbel und einen Fuchsschwanz
Doch jedes Jahr tragen die Narren das gleiche 'Häs', wie die Verkleidung hier genannt wird, im Gegensatz zur Kostümierung im Karneval und Fasching. Mit ihren Masken, 'Schemen' genannt, welche in Villingen-Schwenningen meist aus (Linden-)Holz geschnitzt sind, bleiben die Umzugsteilnehmer anonym. Das ist essentiell für einen der wichtigsten Bestandteile des Fasnetbrauchtums überhaupt: Gerne halten die Umzugsteilnehmer am Straßenrand Ausschau nach bekannten Gesichtern, um sie unerkannt mit einem kleinen Witz aufzuziehen (zu 'strählen').
Diese Eigenschaften haben auch dazu beigetragen, dass die schwäbisch-alemannische Fasnet im Dezember 2014 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.
Heute ist die Zahl der Fasnetfiguren in Villingen-Schwenningen groß und es gibt viele verschiedene Vereine.
Wollen Sie mehr über die Fasnet erfahren? Dann empfehlen wir unsere ganz speziellen Fasnetführungen am Fasnetmentig und -zieschtig jeweils um 10.30 Uhr.